Ein Wintermantel fürs Haus: Ob sich das am Ende des Tages auch finanziell lohnt, hängt von vielen Faktoren ab. Fotoquelle: ClipDealer.de
Ein Wintermantel fürs Haus: Ob sich das am Ende des Tages auch finanziell lohnt, hängt von vielen Faktoren ab. Foto: ClipDealer.de

Wann sich die energetische Sanierung lohnt

Nur mit einer energetischen Sanierung der Immobilien – also dem Sparen von Energie – können auch Kosten gesenkt werden. Doch ob sich das tatsächlich am Ende des Tages lohnt, hängt von sehr vielen Faktoren ab.





Es ist gewissermaßen ein Wintermantel für alte Häuser – und er liegt im Trend. Der Staat subventioniert die energetische Sanierung von Gebäuden mit Zuschüssen und mit günstigen Darlehen. Gleichzeitig erhöht der Staat auch die Anforderungen an den energetischen Zustand der Häuser. Raimund Stewen arbeitet für den Verband Privater Bauherren. Er glaubt, dass sich der Trend auch auf den Wert auswirken wird:

"Mittelfristig bis langfristig wird jeder Käufer bei einer Altimmobilie oder Wohnung die energetische Qualität prüfen und sie wird ganz eindeutig den Wert definieren. Heute heißt es ja so ein bisschen "flapsig", der Wert einer Immobilie, die Lage, die Lage, die Lage. Das wird dann modifiziert werden, die Lage und die Energie."

Schon heute kann eine energetische Sanierung als Argument dienen für einen höheren Kauf- oder Mietpreis. Aber ob sich die Sanierung auch energetisch lohnt – ob sich die Investition also am Ende durch die gesunkene Energierechnung amortisiert – das hängt mit vielen Faktoren zusammen. Udo Peters, Energieberater bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen:

"Letztendlich gibt es Typologien, wenn man es vereinfachen will, die haben einfach mal nach bestimmten Gebäudetypen sortiert und geguckt, was passiert. Was für Investitionen fallen da an, was für Kapitalrückflusszeiten hat man. Dann gibt es aber ja noch viele andere Fragen, gerade wenn ich die Fassade sehe und ich habe zum Beispiel einen Putzbau, dann ist es ja wohl so, dass in gewissen Zeitabständen ein Anstrich Sinn macht. Wenn man allerdings weiß, dass mit dem Gerüst und den ganzen Nebenarbeiten schon mal ein Drittel bis 40 Prozent der Kosten ohnehin anfallen, hätte man vielleicht doch den Schritt getan, an der Stelle zu sagen: "Okay dann bauen wir doch im gleichen Zug direkt eine Dämmung an". Und dann hätte man so gerechnet direkt die Dämmung relativ kostengünstig haben können."

Wer also ohnehin was am Haus macht, sollte gleich überlegen, ob dann nicht auch energetische Maßnahmen sinnvoll sind. Günstig ist die Zeit dafür auf jeden Fall, denn die Zinsen für Immobilienkredite sind niedrig. Dabei bestimmt auch die Höhe des Eigenkapitals am Ende die Höhe der gesamten Zinskosten und damit, ob sich die Investition nach wenigen Jahren oder womöglich erst nach 30 Jahren rechnet. Ein weiterer Faktor sind die Energiekosten selbst, bei denen aber niemand konkret sagen kann, wie hoch die noch steigen. Somit ist ihr Anteil an der Berechnung der Wirtschaftlichkeit auch Spekulation. Aber Raimund Stewen sagt:

"Ja, wir erleben ja jetzt an den Tankstellen, dass die Preise immer weiter nach oben gehen und das ist nicht nur beim Diesel an der Tankstelle so, das ist auch bei den Heizkosten."

Dass die Rechnung am Ende gerade wegen der ständig steigenden Energiekosten aufgehen kann, beschreibt Energieberater Udo Peters am Beispiel seiner eigenen Immobilie. Er hat sie vor 16 Jahren gekauft und sofort in eine energetische Sanierung investiert:

"Wir haben nicht erwartet, dass die Energiepreisentwicklung in der Zeit, in diesen 16 Jahren, sogar über meinen damaligen Annahmen als Energieberater lag. Und wir können seit mehreren Jahren im Prinzip ausgeglichen leben und davon profitieren, dass wir seinerzeit investiert und den Erdgasverbrauch halbiert haben."

Zur Information:
Jörg Stroisch arbeitet für den Deutschlandfunk regelmäßig als Autor von Hörfunkbeiträgen sowie als Onlineredakteur in der Onlineredaktion.

<< Ein Beitrag für die DLF-Sendung "Verbrauchertipp" >>
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Datum: 08.03.2013 | Autor: Jörg Stroisch


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