Fotoquelle: matttilda-Fotolia.com
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Geld anlegen in Betongold

Für viele Menschen ist der Kauf und die Vermietung einer Immobilie gerade wegen der Krisen und der ansteigenden Inflation eine interessante Anlageidee. Aber nicht immer lohnt sie sich.





Die Immobilie ist eine erlebbare Investition. Man sieht, was mit ihr geschieht, kann selbst auf die weitere Entwicklung Einfluss nehmen. Die Finanzierungszinsen sind außerdem gerade niedrig. Und manch einen ängstigt auch die Inflation. Deshalb ist die Immobilie als Kapitalanlage für viele hoch attraktiv. Michael Voigtländer, Experte beim Institut der deutschen Wirtschaft in Köln, nennt weitere Pluspunkte:

"Darüber hinaus gibt es auch nach wie vor einige steuerliche Vorteile, zum Beispiel die steuerfreie Veräußerung nach zehn Jahren. Und auch in der Vererbung ist die Immobilie immer noch privilegiert."

Der Experte rechnet damit, dass im deutschlandweiten Durchschnitt Renditen zwischen zwei und drei Prozent über denen von Bundesschatzbriefen mit der Immobilie erzielbar sind. In einigen Regionen sind die Preise in letzter Zeit sehr stark gestiegen. Zum Beispiel in München.

"Dann stellt man natürlich schon fest, dass man teilweise Quadratmeterpreise von 4000 bis 5000 Euro mittlerweile bezahlen muss. Und wir sehen noch nicht die Gefahr einer spekulativen Blase, dass die Preise nun einbrechen werden. Aber man muss natürlich sehen, diese Preise müssen erst mal wieder verdient werden. Und die Mietpreissteigerungen sind sicherlich auch begrenzt in Zukunft. Die große Gefahr für den privaten Vermieter ist oft, dass er ein Klumpenrisiko hat. Das heißt, dass er den Großteil seiner finanziellen Ressourcen in einzelne Objekte gesteckt hat."

Nicht ganz überraschend sollte für den Vermieter ein weiteres Risiko sein: der Mieter selbst. Matthias Schmieder, Vorstandsmitglied beim Verein "Wohnen im Eigentum", rät zu einer gründlichen Kontrolle.

"Das Bauchgefühl sollte im Grunde keine Rolle spielen, man sollte sich wirklich auf Fakten schützen. Was hat er für ein Arbeitsverhältnis? Was hat er für ein regelmäßiges Einkommen? Wie sicher ist dieses Einkommen? Wie war sein Verhalten in der Vergangenheit gegen Vermietern, gegenüber anderen Gläubigern? Das sollte eigentlich der Wegweiser sein für die Auswahl des Mieters."

Natürlich müssen die Angaben des Mieters dann auch überprüft werden – und im Übrigen auch die Angaben des Verkäufers über die laufenden Mietverhältnisse. Auf Mietgarantien sollte der Käufer da nichts geben, schon oft meldeten die Garantiegeber Insolvenz an.

Überhaupt gilt: Substanz zählt. Das gilt erstens für die Lage – die man viel besser direkt in der Heimatstadt beurteilen kann, als in großer Entfernung. Und zweitens für den Zustand der Immobilie und zum Beispiel die Einträge ins Grundbuch. Ein schöner Inserattext ersetzt da nicht den wissenden Blick auf die Immobilie. Wer das unterlässt und dann womöglich die Finanzierung auch noch "Unterkante Oberlippe", also ohne Puffer, abgeschlossen hat, dem droht ein finanzielles Debakel. Ein unabhängiges Vor-Ort-Sachverständigengutachten kann vor der falschen Wahl gut schützen.

Experte Schmieder unterstreicht, dass dann die Immobilie ein sehr gutes Anlageobjekt sein kann. Die läuft eben nur nicht einfach von ganz alleine:

"Wenn ich ein Mietshaus kaufe, habe ich natürlich verschiedene damit verbundene Aktivitäten zu leisten, die schön aufwendig werden können. Oder ich müsste sie delegieren an eine entsprechende Hausverwaltung, die dann natürlich entsprechende Kosten mir berechnet. Das ist eine sehr wichtige Frage zu Beginn. Das wird im Allgemeinen sehr sehr häufig unterschätzt. Insofern muss ich mir darüber im Klaren sein, dass es nicht eine Anlage ist, in der ich das Geld anlege und mich dann zur Ruhe lege, sondern die ist auch mit entsprechendem Aufwand verbunden."

Zur Information:
Jörg Stroisch arbeitet für den Deutschlandfunk regelmäßig als Autor von Hörfunkbeiträgen sowie als Onlineredakteur in der Onlineredaktion.

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Datum: 26.08.2013 | Autor: Jörg Stroisch


Auszug aus den Referenzen:

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