Elisabeth Müller hat Angst. Schon einmal ist sie hingefallen und das Telefon stand in diesem
Moment fast unerreichbar weit weg im Flur. Außerdem sind die Tasten viel zu klein, regelmäßig
verwählt sie sich mit dem hochmodernen Gerät. Nicht nur betagte Menschen wissen dabei einfache
Bedienbarkeit und große Tasten beim Telefon zu schätzen. Die Telefonhersteller haben das erkannt
und bieten eine breite Palette an unterschiedliche, ergonomischen Geräten an. Wir stellen einige
aktuelle Geräte im kurzen Überblick vor. Veröffentlicht in: Teltarif.de (am 01.07.2007)Von Jörg Stroisch
Siemens Gigaset E150
Viele Menschen im hohen Alter sind in ihren motorischen Fähigkeiten eingeschränkt, mögen
sich auf der anderen Seite nicht mehr mit Klingeltönen und zahllosen Telefoneinstellung
beschäftigen. Christoph Obermüller, Geschäftsführer von Senotech: "Viele Telefone sind in ihrer
Menüführung zu kompliziert. Schon das ändern der Lautstärke ist nur nach drei bis vier Schritten
möglich. Viele Senioren haben Angst davor, etwas zu verstellen oder zu zerstören. Deshalb können
sie dann solche Funktionen nicht verändern." Gleichzeitig ist aber das Bedürfnis nach Sicherheit,
nach dem schnellen und unkomplizierten Notruf bei Senioren da. Schon durch ein paar einfache
Regeln lässt sich auch das vorhandene Telefon und damit der Kontakt zur Außenwelt etwas sicherer
und einfacher machen.
Alte Telefone aufmöbeln
Tiptel Ergovoice "Bei schnurgebundenen Telefonen ist es wichtig, dass sie an einem Ort aufgestellt
sind, der häufig benutzt wird", rät so Obermüller. "Klassischerweise befindet sich aber das Telefon
im Flur." Wenn das Telefon im Wohnzimmer platziert wird und vielleicht ein zweites Gerät gleich
im Schlafzimmer, dann sind wichtige Orte abgedeckt. Gerade, wenn es hektisch wird, ist außerdem
der Notruf oder die Telefonnummer zu Verwandten und Nachbarn vergessen: Dagegen helfen
spezielle Nummernspeicher, die mit einer Taste erreichbar sind. Wer dies nicht hat: Mit einer
Bildwahltastatur lässt sich ein Tastaturblock zum Telefon dazu schalten. Die Tasten sind dabei so
groß, dass ein Passfoto dahinter geklemmt werden kann. Mit einem Tastendruck sind so zuvor
festgelegte Personen sofort zu erreichen.
Schnurlose Telefone sind bei älteren Menschen oft unnötig. Obermüller: "Schnurlose Telefone
lassen Senioren oft ständig in der Schale liegen. Dadurch werden sie überladen. Sie werden
eigentlich wie schnurgebundene Telefone verwendet."
Spezielle Telefone für Senioren
Eine SOS-Taste gedrückt und das Telefon wählt nacheinander verschiedene Rufnummern, sofern
eine Rufnummer besetzt oder nicht erreichbar ist. Neue, speziell für Senioren konzipierte Telefone,
bieten einige interessante Funktionen. Zentral ist aber vor allem die einfache Bedienbarkeit.
"Natürlich gibt es unter Senioren starke Unterschiede, was die Anwendungsfreudigkeit neuer
Technik betrifft", beschreibt Obermüller. "In der Tendenz möchten ältere Menschen aber sehr
einfache Funktionen verwenden.
So ist beispielsweise die Doppelbelegung einer Taste schlecht. Beispiel Lautstärke: Einfache
Schieberegler sind hier eine gute Alternative zu komplizierten Menüs." Große Tastaturen sollte ein
Seniorentelefone in jedem Fall besitzen. Ist das Fingerspitzengefühl nicht mehr so gut vorhanden,
dann gibt es auch Geräte mit speziellen Führungshilfen. Wieder andere Geräte schalten automatisch
die Hintergrundbeleuchtung an, wenn die Hand auch im Dunklen darüber fährt.
Modelle im Überblick
DFG Zettler Not-Tel 3 Ergonomische Telefone, die die Ansprüche von Senioren erfüllen, gibt es
schon ab etwa 25 Euro. Geräte, die mehr Funktionen bieten, kosten aber auch mehr als 100 Euro.
Darüber hinaus können bestehende Telefone durch ein Bildtastengerät ergänzt werden. Diese
werden zu einem herkömmlichen Telefon dazugeschaltet und bestehen aus einem Tastenblock mit
sehr großen Tasten. Hier ein Überblick über mögliche Senioren-Telefonmodelle von verschiedenen
Herstellern:
- Ergonomische Markentelefone: Ab etwa 25 Euro gibt es spezielle Großtastentelefone. So
kostet das D FG Z ettler Not-Tel 2 knapp 25 Euro. Es bietet dafür extrem große Tasten uns ist
für ein Hörgerät geeignet. Das Tiptel Ergovoice Start für etwa 100 Euro wählt nacheinander
bis zu drei Notrufnummern und schaltet bei Erreichbarkeit sofort auf Freisprechen. Dazu
muss nur eine einzige Taste gedrückt werden. Ab etwa 135 Euro ist beim Siemens
G igaset E 150 alles etwas größer, ein externer Kopfhörer kann an das Gerät angeschlossen
werden.
- Easy5 Seniorenhandy: Mit dem Seniorenhandy Easy5 von Senotech wird bewusst der Trend
zu immer kleiner werdenden und gleichzeitig komplizierter zu bedienenden Telefonen
durchbrochen. Das Easy5 wurde speziell für die reifere Generation entwickelt. Es verbindet
innovative Technologien mit einfachster Bedienbarkeit und schlichter Erscheinungsform. So
ermöglicht es Ihnen mit den Menschen zu kommunizieren, die Ihnen wichtig sind. Weitere
für Senioren geeignete Handys haben wir Ihnen in dieser Woche bereits ausführlicher
vorgestellt.
- Bildtasten-Wählgerät: Viele ergonomische Telefone bieten besonders große Wahltasten für
fest gespeicherte Nummern. Eine Alternative dazu sind Bildtasten-Wählgeräte. Auf die
Tasten können dann beispielsweise Passfotos aufgebracht werden. Dadurch werden mit
einem Fingerdruck wichtige Nummern sofort angewählt.
Fazit: Bedienkomfort und Sicherheit muss nicht teuer sein
Mehr Bedienkomfort und gleichzeitig Sicherheit in den eigenen vier Wänden muss nicht teuer sein.
Viele Hersteller bieten eine ganze Palette an Großtastentelefonen mit guten Funktionen für Senioren
in allen Preisklassen an.
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