Kein Schuldner ist so zahlungssicher wie der Staat – zumindest in Deutschland. Bundesobligationen gelten so als flexible und sicherheitsorientierte Geldanlage. Letztes Jahr haben sich die Modalitäten noch einmal verbessert. Veröffentlicht in: Geldseligkeiten (am 30.09.2005)Von Jörg Stroisch
Hoch flexibel
Der deutsche Staat bietet viele verschiedene Möglichkeiten, Gläubiger bei ihm zu werden. Neben den Bundesschatzbriefen sind hier besonders Bundesobligationen (Bobl) interessant. Der Vorteil der Bobl: Sie können börsentäglich gehandelt werden. So werden sie zwar mit einer Laufzeit von fünf Jahren abgeschlossen. Gegen eine Gebühr von 0,4 Prozent können sie aber vorzeitig zum Börsenkurs verkauft werden. Der Vorteil dabei: Die bereits angefallenen Zinsen wird der Börsenkurs angemessen berücksichtigen. Die Anlagen werden in Serien ausgegeben. Derzeit ist die Serie 144 an der Reihe. Dieses Jahr werden zwei Serien ausgegeben. Bobl sind dabei eine altbekannte Anlageform. Schon seit 1975 gibt die Bundesrepublik Deutschland sie aus.
110 Euro Mindestanlage
Mindestens 110 Euro müssen Sparer investieren, um mit "Bobl" Gläubiger vom Staat zu werden. Der Grund: Als Nennwert müssen mindestens 100 Euro gut geschrieben. Dass lässt sich nicht genau kalkullieren, weil die Obligationen zum börsentäglichen Kurs gekauft werden. Dabei können sie direkt bei der Bundeswertpapierzentrale erworben werden. Aber auch einige Volks- und Raiffeisenbanken übernehmen die Verwaltung. Dafür fallen dann Gebühren an. Natürlich können Bobl auch als Sparplan kontinuierlich angelegt werden.
Konservative Anlagestrategie
Bobl sind eine sehr sicherheitsorientierte Anlagestrategie. Denn die Bundesrepublik Deutschland hat bisher ihre Schulden immer bezahlt. Auch andere Staaten geben ähnliche Schuldverschreibungen aus. Hier ist das Risiko möglicherweise wesentlich größer, dass der Staat seine Schulden nicht bezahlt – deshalb wird dann meist auch mit einer höheren Rendite gelockt. Nur diese muss man dann erst mal erhalten. Für Deutschland gilt: Hier ist alles sicher, dafür sind die Verzinsungen aber auch nicht unbedingt üppig. Derzeit können Anleger Bobl für 3,25 Prozent Nominalzins abschließen. Hiervon abgezogen werden müssen noch die Verwaltungsgebühren. Durch die fünfjährige Laufzeit sind Bobl dabei gut als mittelfristige Anlagestrategie geeignet. Wichtig dabei auch: Wie hoch die Rendite letztendlich ist, entscheidet auch die Entwicklung der Inflationsrate. Und diese kann keiner vorhersehen. Aber das gilt für alle anderen Anlageformen auch.
Tipp:
Bobl sind sehr gut für den Aufbau einer Altersvorsorge geeignet. Als sicherheitsorientiertes Standbein neben anderen Anlageformen können sie für eine gute Durchmischung des eigenen Depots sorgen. Generell gilt für Rentensparer: Sie sollten niemals alles auf eine Karte setzen.
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