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Geldanlage: Wie kleine Beträge durch Zinsen stetig steigen
Wer früh anfängt, bekommt mehr heraus: Dank des Zinseszinseffekt lohnt sich in jungen Jahren auch die monatliche Anlage kleiner Beträge. Sie summiert sich zu ansehnlichen Summen. Veröffentlicht in: Geldseligkeiten (am 14.04.2006)Von Jörg Stroisch
Geld muss flexibel bleiben
Wer nicht genügend Geld für den Lebensunterhalt hat, kann auch keines anlegen. Sind aber ein paar Euro übrig, dann lohnt sich die Rücklage. Mit 25 Lebensjahren kann dabei noch niemand vorhersehen, was die kommenden zehn Jahre - oder sogar 30 Jahren - bringen. Deshalb gilt für Studenten, die Geld sparen und anlegen wollen: Der verlustfreie Zugriff sollte flexibel und schnell möglich sein.
Flexible Sparprodukte für Studenten
- Tagesgeld-Konto: Diese Anlageform bietet bei ständiger Verfügbarkeit höhere Zinsen als das klassische Sparbuch. Allerdings sind die Zinsen ebenfalls nicht festgeschrieben. Fazit: Sehr empfehlenswert, da sehr flexibel bei akzeptabler Verzinsung.
- Festgeld-Konto: Sehr flexibel handhaben lassen sich auch Festgeldkonten. Hier sind Beträge für eine bestimmte Dauer fest angelegt - und besser verzinst. Fazit: Hier sollte nur Geld angelegt werden, das für den abgeschlossenen Zeitraum auch wirklich nicht mehr benötigt wird.
- Bundesschatzbrief: Der Bund ist der sicherste Schuldner, Gelder sind hier gut angelegt. Die Anlagedauer von Bundesschatzbriefen beträgt sechs und sieben Jahren, die Mindestanlagesumme 50 Euro. Die Verzinsung ist dabei festgeschrieben. Fazit: Sicher, einfach und flexibel in der Handhabung.
- Aktien- und Investmentfonds: Aktien sind zwar börsentäglich verkaufbar - allerdings möglicherweise nur mit Kursverlusten. Fazit: Nur wenn wirklich Geld mindestens mittelfristig übrig bleibt und der Auszahlpunkt einige Jahre flexibel gehandhabt werden kann, sind Aktien eine interessante Anlageform.
- Bausparvertrag: Bausparverträge sind aber für Studenten als Kapitalanlage abgeschlossen eine sinnvolle Sache, denn sie erhalten einen Staatszuschuss. Die Wohnungsbauprämie beläuft sich derzeit auf bis zu 45,06 Euro (Verheiratete: 90,11 Euro) pro Jahr. Der Nachteil: Dazu muss der Vertrag sieben Jahre lang unangerührt bleiben. Fazit: Studenten sollten nur den Mindestbetrag einzahlen.
Ein Rechenbeispiel: Zinseszinseffekt und Realrendite
Wenn ein Sparer für zehn Jahre 50 Euro monatlich bei einer Verzinsung von 3,5 Prozent anlegt, dann erhält er durch die Zinsen und Zinseszinsen 7.192,56 Euro zurück. Eingelegt hat er insgesamt 6.000 Euro. Bei 20 Jahren verstärkt sich der Zinseszinseffekt. Dann sind aus 12.000 Euro Einlagekapital 17.394,11 Euro geworden.
Die Verzinsung der Spareinlagen ist die eine Seite. Wichtig ist aber auch der Blick auf die Realrendite. Sprich: Erst, wenn die Inflationsrate aus dem Spareinlagengewinn herausgerechnet wurde, ergibt sich der tatsächliche Gewinn. Die Inflationsrate pendelt momentan etwa bei 1,5 Prozent.
Auch hierfür wieder ein Rechenbeispiel: Bei den besagten 50 Euro monatlich werden bei 3,5 Prozent Verzinsung für zehn Jahre je 1,5 Prozent Inflation abgezogen. Dann stehen dem Sparer nach heutigem „Geldmaßstab“ 6.647,04 Euro zur Verfügung. Bei 20 Jahren sind es real 14.764,41 Euro.
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