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HomeVorsorge Riesterrente

Riestern für die Altersvorsorge

Seit 2002 gibt es staatliche Förderung für die private Rente. Der damalige Arbeitsminister Walter Riester führte sie ein, sie wird deshalb nach ihm "Riester-Rente" genannt.

Veröffentlicht in: Geldseligkeiten (am 14.09.2005)

von Jörg Stroisch

Der so genannte Eckrentner - er hat heute unrealistische 45 Jahre in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt - erhielt auch nach altem Recht schon nur 70 Prozent des bereinigten Bruttogehalts. Unter Walter Riester knapste die Regierung dies in einem Stufenplan um drei Prozent - ermöglicht auf der anderen Seite aber auch allen Arbeitnehmern eine staatliche Förderung bei der privaten Altersvorsorge.

Private Vorsorge mit hoher Förderung

Und die staatliche Förderung kann sich sehen lassen: Neben der Umstellung der betrieblichen Altersvorsorge (Link) erhalten Arbeitnehmer je nach Anzahl der Kinder viel Geld hinzu. Und: Auch der nichtberufstätige Ehepartner kann gefördert in die Riester-Rente einzahlen. Die staatlichen Zuschüsse steigen dabei bis 2008 alle zwei Jahr kräftig an, sofern der Arbeitnehmer immer den individuellen Mindestbetrag an Eigenanteil einzahlt:

Tabelle mit der Förderung und mit den Mindestbeiträgen

Jahr

Mindesteinzahlung % vom Gehalt

Grundförderung/Jahr

Euro pro Kind/Jahr

% vom Gehalt

Euro/Jahr

2002

1

525

38

46

2003

1

525

38

46

2004

2

1050

76

92

2005

2

1050

76

92

2006

3

1575

114

138

2007

3

1575

114

138

Ab 2008

4

2100

154

185

Leseweise: Zahlt ein Arbeitnehmer mindestens zwei Prozent seines sozialversicherungspflichtigen Gehalts bzw. maximal 1050 Euro im Jahr (wenn zwei Prozent seines Gehalts diesen Mindesteigenbetrag übersteigen würden) ein, dann erhält er 2005 einen staatlichen Zuschuss von 76 Euro für sich und pro Kind 92 Euro.

Beispielrechnung

Gerade für Familien mit vielen Kindern ist die Riesterförderung eine lohnende Sache. Beispiel: Ein allein verdienender Familienvater mit drei Kindern verdient brutto 30.000 Euro im Jahr. Dann muss er nur 14,34 Euro im Monat in ein riesterfähiges Anlageprodukt investieren, erhält aber schon 2005 428 Euro im Jahr an staatlicher Förderung (hierbei eingerechnet ist auch die Frau, die ebenfalls 76 Euro Förderung bekommt). Eine solch bombastische Rendite kann keine andere riesterfreie Anlageform erbringen. Auch vor diesem Hintergrund sollten Arbeitnehmer nachrechnen. Wichtig dabei: Was auf den ersten Blick als "falsche" Rechnung wirkt, macht durch die komplizierten Förderbedingungen doch Sinn. Denn: Um die maximal mögliche Förderung zu erhalten müssen NICHT die in der Tabelle angegebenen 525 Euro eingezahlt werden, sondern dieser Betrag wird wiederum um die eigenen Zulagen reduziert.

Drei mögliche Anlageformen

Prinzipiell hat der Anleger dabei die Möglichkeit, in drei unterschiedliche Anlageformen zu investieren:

  • Banksparplan: Hier investiert er in einen Sparplan, der in seiner Verzinsung variiert.
  • Rentenversicherung: Dabei wird in eine Versicherung investiert, die wiederum das Geld in unterschiedlicher Form anlegt und häufig auch eine so genannte Garantieverzinsung als Basis verspricht.
  • Investmentfonds: Hier wird in Aktien und andere Kapitalanlageformen investiert, wobei der Anleger das generelle Anlageziel bestimmt.

Viele Kriterien müssen dabei Anlageprodukte erfüllen, damit sie staatlich gefördert werden können, also ein Zertifikat erhalten. Das sind alles formale Kriterien, das Riesterzertifikat sagt also nichts über die generelle Anlagequalität aus. Die wichtigsten Kriterien sind dabei:

  • Festgelegt bis zur Rente: Der Anleger kommt an das Geld nicht mehr heran, wenn er die Förderung nicht zurückzahlen möchte. Frühstens mit 60 Jahren wird eine lebenslange, gleichbleibende oder steigende Rente ausgezahlt. Ausnahme: Bei Immobilienerwerb kann er sich nach einer gewissen Anlagedauer sozusagen selbst einen Kredit aus den angesparten Geldern ausstellen.
  • Total Return: Mindestens alle eingezahlten Gelder muss die Gesellschaft mit Beginn der Rente garantiert auszahlen können. Real würde bei einer Null-Rendite natürlich trotzdem ein Verlust eintreten, denn das eingezahlte Geld ist durch die Inflation weniger wert.

Einfacher Ablauf

Arbeitnehmer, die in die Riester-Rente investieren, geben ihre Sparpläne einfach bei der Steuererklärung an. Die Anlagegesellschaft stellt dazu eine Bescheinigung aus. Die staatliche Förderung wird dann automatisch in den Sparplan eingezahlt. Sollte es für den Arbeitnehmer günstiger sein, für die Riester-Rente den Sonderausgabenabzug geltend zu machen, ist das auch kein Problem: Das Finanzamt kontrolliert das automatisch.

Thomas Bieler: "Wichtig ist, dass die Riester-Rente in eine generelle Anlagestrategie eingebettet ist. Dazu sollte der Verbraucher sich selbst unabhängig beraten lassen etwa bei der Verbraucherzentrale." Lilo Blunck, Geschäftsführerin beim Bund der Versicherten, ergänzt: "Nur weil ‚unabhängig’ oder ‚fair’ vor dem Namen des Versicherungsmaklers steht, ist er noch lange nicht neutral."

Linktipp:

Der Riester-Rente-Förderrechner – damit kann genau ausgerechnet werden, wie viel eingezahlt werden muss, damit die maximale Förderung gewährt wird.

Für Geldseligkeiten.de schreibt das Journalistenbüro Artikel rund um die privaten Finanzen.

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