Gute Treffer bei Google & Co.

Kunden und Leser sollen auf die Website: Suchmaschinen, allen voran Google, spielen dabei heute eine wichtige Rolle. Viele Firmen haben sich deshalb auf die optimierte Platzierung spezialisiert. Doch längst nicht alle Methoden der Suchmaschinenoptimierung führen zum Erfolg.

Das Wort „Googeln“ kennt mittlerweile beinahe jeder, es ist fest im Sprachgebrauch integriert, selbst der Duden hat das Wort aufgenommen. Kein Wunder, denn Google ist laut Webhits-Statistik mit 90,3 Prozent der unangefochtene Marktführer unter den Suchmaschinen in Deutschland. 85,7 Prozent aller Internetsurfer nutzen laut einer aktuellen Studie der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung Suchmaschinen.

Für Betreiber von Webseiten ist es dementsprechend wichtig, bei Google & Co. gut vertreten zu sein. Hier setzt die Suchmaschinenoptimierung oder „Search Engine Optimization“ (SEO) an. Die Optimierer versprechen, die Website mit unterschiedlichen Methoden bei Suchmaschinen besser zu listen.

Suchmaschinenbetreiber wie Google und Yahoo arbeiten überwiegend auf Grundlage geheimer und wechselnder Formeln. Diese Algorithmen sortieren und erfassen Suchergebnisse. Ziel der Optimierer ist es, Webseiten entsprechend der Algorithmen, die sie hinter den Ergebnissen vermuten, anzupassen.

Methoden sind strittig

Welche Methoden der SEO am wirksamsten sind, ist strittig. „Viele glauben, es bringt etwas, auf dem Portal bestimmte Begriffe 25 Mal zu wiederholen. Das stimmt nicht“, sagt Manfred Leisenberg, Professor für Wirtschaftsinformatik, im Interview mit wiwo.de. Suchmaschinenoptimierung folgt demnach heute zwei Basisverfahren: Schlüsselwörter identifizieren und in die Seite einbeziehen sowie Referenzlinks von anderen Webseiten bekommen, die möglichst stark frequentiert werden.

Jedes aktuell passende Schlüsselwort für die Suchmaschinenoptimierung zu finden, sei oftmals eine Herausforderung, sagt Norman Nötzold, Geschäftsführer der Online Marketing Agentur Quisma. „Die Begriffe ändern sich. Im Mobilfunkmarkt verzeichnet beispielsweise das Wort ‚Handy Flatrate‘ erst seit relativ kurzer Zeit steigende Suchanfragen. Sehr ähnlich verhält es sich bei Themen wie ‚Wellness-Reisen‘ oder ‚Billigflieger‘. Solche Entwicklungen bei neuen Suchbegriffen müssen wir laufend beobachten und die Seiten entsprechend anpassen.“

Verschiedene Maschinen, verschiedene Ergebnisse

„Was eine Suchmaschine positiv bewertet, kann sich innerhalb der Ergebnislisten der nächsten negativ auswirken“, sagt Niels Struckmeyer, Geschäftsführer der Agentur brandung. „Hier sollte besonders die Entwicklung von Alternativen zu Google verfolgt werden.“

Bei den Suchmaschinen möglichst weit oben auf der Trefferliste zu stehen – das ist für die meisten Unternehmen das Ziel: Struckmeyer dämpft die Erwartungen: „Niemand kann garantieren, dass der erste Platz erreicht werden kann.“ Eine Verbesserung könne erzielt werden, sei jedoch ein langwieriger Prozess.

Das versuchen manche Optimierer zu umgehen. „Die Suchmaschinen erkennen solche Tricks mittlerweile ziemlich schnell“, sagt Manfred Leisenberg. So hat Google beispielsweise die Website des Autoherstellers BMW für eine Weile aus der Ergebnisliste gestrichen, weil die Optimierer versucht hatten, die Suchmaschinen auszutricksen.

Weitreichende Folgen bei unseriösen Taktiken

„Es war notwendig, dass Google das gemacht hat“, sagt Norman Nötzold von Quisma. „Google schreibt völlig klar vor, was erlaubt ist und was nicht. Durch die Abmahnung von BMW hat Google ganz deutlich gesagt: ‚Achtung, so läuft das nicht mehr‘.“ Abgesehen davon, dass das Unternehmen nicht mehr in den Suchergebnissen auftaucht, gehen solche Fälle auch durch die Medien.

Trotzdem versuchen einige Webseitenoptimierer immer noch, die Regeln der Suchmaschinenbetreiber zu umgehen. Mit unseriösen Angeboten schröpfen sie außerdem die Kunden. Niels Struckmeyer rät den Unternehmen zur Vorsicht: „Ein unseriöser Anbieter ist meist an seinen viel versprechenden Zusagen zu erkennen. Wenn Ihnen jemand eine Top Platzierung für ein „umkämpftes“ Keyword innerhalb von drei Wochen verspricht, sollten Sie die Finger davon lassen.“

Erst kürzlich gab es dafür wieder ein anschauliches Beispiel: Verschiedene sehr große Medienwebsites wurden massiv abgestraft, weil sie Links verkauft hatten, die nach Ansicht von Google ausschließlich das Ziel hatten, die Suchmaschinenposition der Kunden zu verbessern. „Google möchte in erster Linie objektive Suchergebnisse liefern“, beschreibt Niels Struckmeyer. „Dies ist nur erreichbar, indem unseriöse Praktiken bestraft werden.“

Für WirtschaftsWoche.de hat Jörg Stroisch im Redaktionsdienst gearbeitet – und verfasst verschiedene Wirtschaftsartikel.