Die Ortung per Mobiltelefon kann im Notfall helfen

Ein Notfall, Hilfe ist notwendig: Per Handy ruft der Verunglückte die Polizei an. Und die hat zunächst ein Problem: Wo befinden sich das Handy und sein Inhaber? Hat der sich mit seinem Handy bei beim Notfon D der Dienstleistungstochter des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft oder bei der Börn-Steiger-Stiftung registrieren lassen, dann werden automatisch die Rettungsdienste über den ungefähren Standort informiert. Die Handyortung macht es möglich.

Zahlreiche neue Dienstleister

Auf dem Markt für Handyortungen tummeln sich eine Reihe von Onlineportalen. Track your Kid hat sich beispielsweise auf die Ortung des Nachwuchses spezialisiert. Im By Call-Paket kostet hier eine Ortung zwischen 75 Cent und einem Euro, es fällt eine Einrichtungsgebühr von 19,90 Euro an. 49 Cent pro Ortung veranschlagt der Handylocator.

„Überraschen Sie Ihre Freunde oder Geschäftspartner“, steht hier als ein Anwendungszweck. Ehebruch 24 ist da vom Websitenamen her schon wesentlich eindeutiger. „Geben Sie sich mit Ehebruch24 den Liebesbeweis des neuen Jahrtausends, erteilen Sie sich gegenseitig eine Ortungsgenehmigung“, wirbt der Betreiber. „Eifersucht hat keine Chance.“ Wer sich so seine Liebe beweisen will, muss pro Ortung 99 Cent berappen.

Websitenamen hin oder her: Dem Neugierigen bleibt es selbst überlassen, welchen Zweck er mit einer Ortung verfolgt. Schon mehrfach wurde so in den Medien von dem Aufspüren von Handydieben mit Hilfe von Ortung berichtet. Für den Bestohlenen ist es aber vor allem wichtig, dass der Dieb das Handy ausschaltet, damit er die SIM-Karte des Mobilfunkbetreibers effektiv sperren lassen kann. Dann klappt aber auch die Ortung nicht mehr, denn die funktioniert nur im eingeschalteten Zustand.

Es gibt auch spezielle Halsbänder für Haustiere, die man auf diese Weise orten kann. Interessant ist dieser Service für Speditionsbetreiber, die auf diese Weise ihre Fahrzeugflotte lokalisieren können.

Eines haben alle neuen Anbieter meistens gemeinsam: E-Plus-, Vodafone- und o2-Netze werden in der Regel abgedeckt. T-Mobile-Handybesitzer haben hingegen Ruhe vor der Ortung, denn das Unternehmen rückt die Zellendaten nicht für private Ortungsdienste heraus.

Funktionsweise und Authorisierung

Die Ortung zeigt aber nur einen unspezifischen Bereich an, weil die Dienste zumeist ausschließlich auf der GSM-Funkzellenortung basieren. Dabei wird dem Ortungsdienst vom Mobilfunknetzbetreiber mitgeteilt, bei welchem Funkmast das Handy gerade angemeldet ist. Je nach Funkmastdichte kann das Handy also beispielsweise im ländlichen Raum bis zu fünf Kilometer vom Funkmast entfernt sein, entsprechend ungenau werden die Angaben. Genauso gut kann der Handybesitzer aber auch direkt neben dem Funkmast stehen.

Ziemlich unkompliziert ist dabei der Ablauf der Authorisierung: Auf der Website eines Anbieters registriert sich der Handynutzer mit seiner Nummer. Per SMS erhält er eine Bestätigung mit einem Code. Fertig.

Weitere Authorisierungzusätze werden häufig nicht durchgeführt, obwohl es Datenschützer fordern. So ist es nicht nur theoretisch möglich, dass ein Handybesitzer gegen seinen Willen geortet wird, denn auch über einen Ortungsvorgang wird meistens weder aufgeklärt, noch wird dafür die Erlaubnis abgefragt.

Szenario: Die Ehefrau schaltet das Handy ihres untreuen Ehemanns in seiner Abwesenheit für die Ortung frei. Zukünftig weiß sie, wo sich ihr Gatte aufhält. Ohne, dass dieser das mitbekommt. Natürlich ist das nicht legal: Nach deutschem Gesetz muss eine Person im Wissen darüber sein, dass sie auf eine solche Art und Weise ausgehorcht wird. In der Praxis interessiert das die gehörnte Ehefrau aber vermutlich selten. Auch die Androhung von bis zu fünf Jahren Haft schreckt kaum ab, da ja im Zweifel nur schwer nachgewiesen werden kann, wer die Ortung veranlasst hat.

Komplizierter wird es für den Spion schon, wenn er die von einigen Anbietern geforderte Unterschrift fälscht. Dann wird eine Bestrafung mit wahrscheinlicher. Und das nur dafür, dass der Aufenthaltsort schwammig eingegrenzt wurde.

Zumindest für den Notfall hat die Björn Steiger-Stiftung das Problem der ungenauen Ortung gelöst: Sie bietet spezielle Geräte an, in denen auch ein GPS-Sender integriert ist. Diese haben zwar den Nachteil, dass sie direkten Sichtkontakt zu einem Sateliten benötigen. Dafür ist der Aufenhaltsort aber auch für die Rettungsdienste auf zehn Meter genau bestimmbar.

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