Ältere Generation hat ihre speziellen Bedürfnisse beim Surfen

Diverse Studien belegen es: Senioren werden im Internet immer wichtiger. So zeigt beispielsweise die ARD/ZDF Onlinestudie 2007 die stärkste Zuwachsrate bei der Internetnutzung bei Personen über 60 Jahre. 5,1 Millionen der so genannten „Silver Surfer“ gibt es in diesem Jahr, 2006 waren es nur 4,1 Millionen. Bezogen auf die Gesamtheit der Senioren ist dies aber bisher nur ein geringer Prozentanteil von 25,1 Prozent. Zum Vergleich: 95,8 Prozent der 14- bis 19-Jährigen sind online. Die Zielgruppe der „Silver Surfer“ wird aber immer wichtiger, auch die Webangebote nehmen deshalb zu.

Richtig suchen im Web

Und die generelle Orientierung unter den zahlreichen Websites ist dabei oft schon das erste Problem. Im Internet bieten Suchmaschinen wie Google oder Yahoo solche Orientierungshilfe an. Thorsten Olscha, Suchmaschinenexperte von Ranking-Check, rät für den Umgang mit Google & Co.: „Man sollte möglichst nicht nach einem Schlagwort suchen sondern nach mehreren aneinander gehängten Suchwörtern – so genannten Phrasen, um ein erfolgreiches Ergebnis zu erzielen. Man kann auch eine Frage in die Suchleiste eingeben und erzielt damit ein gutes Ergebnis.“

Speziell Senioren rät Olscha aber: „Sie sollten nicht nur über die Suchmaschinen suchen sondern lieber über deren Verzeichnisse.“ Der Grund: Beim Yahoo-Verzeichnis oder dem Verzeichnis DMOZ, welches auch Google einbindet, sind Websites thematisch sehr gut strukturiert.

Gute Websites für Senioren

„Webseiten für Senioren müssen einfach und klar strukturiert sein“, sagt Ute Kempf, Pressesprecherin der Website www.50plus-ans-netz.de. „Eine komplexe Navigation und ein verschachtelter Aufbau überfordern viele ältere Menschen. Wenn sie nicht mit wenigen Klicks zur gewünschten Information kommen, geben sie auf.“

Einfache Menüs, kein Geblinke und keine nervigen Pop-Up-Fenster: Für Senioren gilt verstärkt, was auch junge Internetnutzer eigentlich wollen. Zudem: Eine große Schrift. So bietet beispielsweise die Website Feierabend.com die Möglichkeit, die Textschrift zu vergrößern. „Viele ältere Internetnutzer wissen nicht, dass Browser eine solche Funktion bieten“, begründet Kempf, warum sie einen solchen Service gut findet.

Weitere gute Websites für Senioren sind: senioren.verdi.de (Website der Gewerkschaft ver.di für Senioren), vip-ruhrgebiet.de (eine vorbildliche Info- und Tippseite für Senioren im Ruhrgebiet) und forum-fuer-senioren.de (eine inhaltlich sehr starke Seite für Senioren). 

Einkaufen im Netz

Die Ergebnisse der von Europressdienst im Auftrag von PayPal durchgeführten Studie „eCommerce 2007“ zeigen: „Bei den für den Kauf im Internet entscheidenden Kriterien bestehen keine großen Unterschiede zwischen jungen und alten Online-Shoppern“, sagt Barbara Hüppe, Sprecherin des Online-Bezahlservices PayPal: „Preise und Kosten, Produktangebot, Service, Schnelligkeit und Bequemlichkeit zählen für alle Online-Shopper.

Die Ergebnisse im Detail: Ein passendes Bezahlverfahren ist für alle befragten Online-Shopper über 50 Jahre wichtig oder sehr wichtig. Eine große Produktauswahl zählt für 95 Prozent der 50 bis 59-Jährigen und alle, die 60 Jahre und älter sind. Mit entscheidend fürs Einkaufen im Netz ist, dass beim Shoppen und Bezahlen alles glatt läuft. Guter Service, also etwa die kostenlose und unkomplizierte Rücknahme von gekauften Artikeln, Reparaturservices oder Kontaktmöglichkeiten, machen aus 97,5 Prozent der 50 bis 59-Jährigen sowie 88,9 Prozent der über 60-Jährigen Stammkunden. Für 88,8 Prozent der 50 bis 59-jährigen Online-Shopper bilden günstige Produktpreise ein entscheidendes Kriterium beim Einkaufen im Internet, bei den über 60-Jährigen sind es 86,1 Prozent (Online-Shopper gesamt: 94 Prozent).

Auf die Sicherheit achten

Die Technik muss stimmen: Bei einem Webeinkauf werden sensible Daten an den Shopbetreiber mitgeteilt, wie etwa die Adresse und Konteninformationen. Ist die Website dann nicht „sicher“, können diese Daten von Böslingen ausspioniert werden.

Ein sicherer Server ist erkennbar an dem „https://“ vor der Webadresse (anstelle des „http://“). Ein Widerrufsrecht, klar auffindbare und verständiche AGB sowie ein klare Beschreibung der Produkte und ihrer Lieferbedingungen sollten ebenfalls Standard bei einem seriösen Shop sein. Auch die Zahlart ist wichtig: Überweisungen per Western Union in Vorkasse und ferne Länder werden manchmal von Betrügern als einer Bargeld ähnlichen Bezahlmethode missbraucht. Besser ist es hier, Lastschrift oder Kreditkarte zu wählen. Manche Shops bieten auch Rechnungszahlung an, das ist die kundenfreundlichste Methode.

Für seröse Shops gibt es auch Zertifikate: Trusted Shop oder das TÜV Safer-Shopping-Zertifikat bescheinigen diese zum Beispiel. Hüppe: „Ich achte immer darauf, dass ein telefonischer Kontakt vorhanden ist für eventuelle Probleme oder Rückfragen. Ist dies nicht der Fall, oder erscheint die Website kurios, sollten sie einen anderen Shop suchen, bei dem ähnliche Artikel angeboten werden.“ Ein Tipp der Expertin für den sicheren Umgang mit Onlineshopping: Auf der Website kaufenmitverstand.de gibt es einen Leitfaden zum Ausdrucken. „Dann hat man ihn immer griffbereit, wenn man etwas kaufen möchte.“

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