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Zimmer frei (Rooms available) sign at a guesthouse or hotel with Half-timbered houses in background. Accommodation during travel by Romantic Road touristic route in Bavaria, Germany concept - Foto: iStock.com/naumoid

Hype rund um das Wohnen auf Zeit

Das Prinzip aller sozialen Netzwerke – die persönliche Empfehlung und Nähe – adaptierten pfiffige Amerikaner ins klassische Bed-and-Breakfast-Geschäft rund um günstige Stadtübernachtungen. Das amerikanische Original findet deutsche Nachahmer. Und für Mieter und Vermieter gibt es eine neue Einnahmemöglichkeit.

Zwei Millionen Übernachtungen innerhalb der letzten drei Jahre will AirBnB schon vermittelt haben, Newcomer 9flats spricht von einer vierstelligen Zahl pro Monat und erhofft sich eine massive Steigerung noch im Verlauf des Jahres. Konkurrent Wimdu behauptete gerade sogar, 90 Millionen Dollar Wagniskapital für sein Portal eingesammelt zu haben, wobei diese Zahl in der Webszene eher umstritten ist. Die Zahlen klingen so oder so enorm. Dabei geht es bei dem neuen Trend, den AirBnB angestoßen hat, auf den ersten Blick um nicht viel mehr als die Vermittlung von Privatunterkünften für die Reise : der Begriff AirBnB ist so eine Wortschöpfung aus dem englischen Wort für Luftmatratze und Bed-and-Breakfast.

Prinzip Community soll Sicherheit schaffen

Das Neue ist das Prinzip der Community: Wenn ein Bekannter eine Unterkunft empfiehlt, wirkt das vertrauenserweckend. Dieses simple Prinzip ist Grundlage für den Erfolg von AirBnB. Das Portal ist direkt mit dem sozialen Netzwerk Facebook vernetzt und stöbert im persönlichen Freundeskreis nach Personen, die zum Beispiel für den Trip nach München schon eine Unterkunft empfehlen können. Das Portal erhöht so „das Vertrauen beim Buchen einer Unterkunft“, beschreibt so Nathan Blecharcy, Mitbegründer von Airbnb und technischer Kopf. ‚Social Connections“ nennt das Unternehmen dieses Prinzip, mit dem die deutschen Wettbewerber noch nicht vergleichbar aufwarten können.
Stephan Uhrenbacher, Geschäftsführer und Gründer von 9flats, legt den Schwerpunkt aber sowieso anders „Das Thema Sicherheit spielt für Gast und Gastgeber gleichermaßen eine große Rolle. Beide wollen eine gute Zeit ohne Überraschungen miteinander verbringen.“ Für 9flats sollen Scouts Wohnungen und Gastgeber bewerten, möglichst flächendeckend. War ein Scout vor Ort, ist das Inserat auch heute schon entsprechend gekennzeichnet.
Wettbewerber Wimdu möchte hingegen auch im Bereich Facebook punkten: „Die Verknüpfung mit Facebook spielt für uns eine sehr große Rolle“, sagt Arne Bleckwenn, Gründer und Geschäftsführer des Portals. „Zur technischen Realisation und weitern Innovationen kann ich nur so viel sagen: Wir arbeiten an mehreren sehr interessanten Themen und werden diese in den nächsten Monaten veröffentlichen.“

Sichere Bezahlmethoden per Kreditkarte oder Onlinebezahlsystemen für Gäste bieten alle Portale an und darüber hinausgehend eine Art Beschwerdemanagement: AirBnB verwaltet das Geld treuhänderisch für 24 Stunden nach der ersten Übernachtung, Wimdu und 9flats bieten ähnliche Services an. Dann kann der Reisende die Vermittlung der Portale suchen, sollte die Unterkunft doch nicht den Erwartungen entsprechen.

Unterschiedliches Potenzial für Vermieter und Mieter

Noch ist die Auswahl in deutschen Städten auf allen Portalen recht übersichtlich. Doch der Markt ist noch jung, der Wettbewerb unter den Anbietern hart, manchmal sogar brutal – und somit auch innovativ. Für Vermieter, mehr aber noch für Mieter, ergeben sich hier also gute Möglichkeiten, ein Zimmer oder eine Wohnung wirkungsvoll unterzuvermieten. „Auf gute Bilder kommt es an“, rät Bleckwenn von Wimdu den Inserenten. „Deshalb sollte man bei Tageslicht fotografieren und versuchen eine freundliche Atmosphäre einzufangen.“ Auch bei AirBnB spielt dies eine große Rolle. Nathan Blecharcy rät auch zur Teilnahme an der Community, der persönliche Kontakt zum Vermieter sei oftmals entscheidend für eine Buchung. Und 9flats empfiehlt auf seiner Website ebenfalls zu schnellen Reaktionszeiten bei einer Kontaktanfrage.

Von Seiten des Mietrechts droht dem Anbieter von Privatunterkünften weitestgehend kein Ungemach: „Sofern ein Mieter gerne über eine der neuen Wohncommunities Gäste einladen möchte, sollte er den Vermieter um Erlaubnis bitten“, rät Ulrich Ropertz, Pressesprecher beim Deutschen Mieterbund. -Sofern es aber wirtschaftlich oder persönlich vernünftige Gründe gibt : zum Beispiel eine alte Dame gerne dadurch mehr Gesellschaft haben möchte oder eine große Wohnung zur Verfügung steht – kann der Vermieter das nicht ablehnen.“ Gerold Happ, Mietrechtsexperte bei der Eigentümergemeinschaft Haus & Grund, bestätigt diese Einschätzung und ergänzt in Richtung Nachbarschaft: „Einen Anlass zur Mietminderung bietet Bed-and-Breakfast nicht, es sei denn, es kommt ständig zum Beispiel zu sehr viel Lärm im Haus.“ Er glaubt aber nicht, dass Vermieter das Wohnen auf Zeit als echte Alternative zur normalen Vermietung betrachten: „Bei den Kurzfristgästen muss ja das Zimmer oder die Wohnung möbliert sein, der Vermieter müsste sich zum Beispiel darum kümmern, wenn der Kühlschrank defekt ist“, so Happ. -Diesen Aufwand scheuen viele private Vermieter.-

Eine Auswahl an Wohncommunities im Internet:

AirBnb, www.airbnb.de
9flats, www.9flats.de
Wimdu, www.wimdu.de

Sechs Tipps zum sicheren Inserieren im Internet

  • Ehrliche Aussagen: Wer nicht übertreibt, verprellt keine Kunden.
  • Fotos: Gute Fotos sagen mehr als 1000 Worte. Manche Communities bezahlen den professionellen Fotografen.
  • Kritik: Mit Kritik von Besuchern muss ehrlich umgegangen werden, nicht aggressiv.
  • Community: Anbieter sollten sich in der Community engagieren, das ist Marketing in eigener Sache.
  • Ausfall: Jedes Business kennt Ausfälle, auch beim Reisenden gibt es mal jemanden, der mehr zerstört als er bezahlt.
  • Sicherheit: Wo keine Gelegenheit, da kein Dieb. Wertvolle Gegenstände gehören nicht in die Wohncommunity.

- Foto: © Argus - Fotolia.com

Kurz-Videos von der ITB für miovista

Kurz und knackig – so wünscht sich Reisejouranlist Jörg Stroisch die Statements zu beliebten Städten von Experten auf der ITB in Berlin. Für miovista ist er auf der Berliner Tourismusmesse 2010 mit der Kamera unterwegs, um Insidertipps zu Städten einzufangen.

Hinter den Kurz-Videos mit Insider-Städtetipps steht der Social Media Gedanke. Impressionen von der ITB, auf der eisejournalist Jörg Stroisch das Stadtreiseportal miovista vorgestellt hat, twittert er als Videos.

Jörg Stroisch auf der ITB 2010

Was gibt’s zu sehen in Bremerhaven?
Impressionen der ITB 2010 für miovista:

Warum ist München die schönste Stadt der Welt? 
Impressionen der ITB 2010 für miovista:

Was ist das Besondere an Stuttgart?
Impressionen der ITB 2010 für miovista:

Warum ist Stockholm eine Reise wert?
Impressionen der ITB 2010 für miovista: